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Zur Entwicklung der Bibliothek

Die Fachbereichs- oder Teilbibliothek Mathematik/Informatik ist Teil des integrierten Bibliothekssystems der Universität Passau. In der Teilbibliothek erfolgt die Literaturauswahl, die Sachkatalogisierung sowie die Lesesaalbenutzung. Die Erwerbung, alphabetische Katalogisierung, Magazinbenutzung, Fernleihe sowie die Lehrbuchsammlung gehören zu den Aufgabengebieten der Zentralbibliothek.

Im Jahre 1980 wurde erstmals mathematische Literatur in größerem Umfang erworben. Als Grundlagen für den Kauf dienten die Nationalbibliographien von Deutschland, Großbritannien sowie den USA. Der Schwerpunkt der Erwerbung lag zunächst bei der Mathematik. Literatur für die Bedürfnisse der Wirtschaftswissenschaften und des Rechenzentrums beschafft. Ferner konnte die Bibliothek des Mathematikers Helmut Hasse mit ca. 1.700 Bänden gekauft werden. Der Bestand umfaßt 1980 2230 Bände.

Als 1983 die ersten Professoren der Fakultät berufen wurden, stand ihnen bereits eine Bibliothek mit 5.700 Büchern und 78 laufenden Zeitschriften zur Verfügung. Allerdings war die Benutzung dadurch erschwert, daß die Fachbereichsbibliothek in einem Behelfsmagazin (Geier-Halle) untergebracht und nur über die Ortsleihe benutzbar war. Ab 1983 wurde der Literaturerwerb sehr stark intensiviert. Anhand der Kataloge der Universität Regensburg sowie teilweise der TU München wählten die Professoren die für sie relevanten Titel aus.

Die Benutzbarkeit der Fachbereichsbibliothek konnte 1984 mit dem Umzug des größten Teils Bestandes in den Lesesaal im neuerrichten Gebäude GW II (Wirtschaftswissenschaften) wesentlich verbessert werden. Allerdings mußten aus Platzgründen weiterhin ältere Zeitschriftenjahrgänge im Magazin bleiben.

Bis zum Jahre 1985 konnte die Ergänzung der älteren Literatur einigermaßen abgeschlossen werden. Die Zahl der Bücher wuchs auf 21.300 Bände an, die der laufenden Zeitschriften auf 377. Im selben Jahr wurden erstmals mit ca. 40 Hochschulen bzw. einschlägigen Instituten Beziehungen für den Austausch ihrer jeweiligen Schriften (Preprints, Reports, Dissertationen u.ä.) aufgenommen.

Im November 1988 konnte die Fachbereichsbibliothek ihr endgültiges Domizil im Fakultätsgebäude für Mathematik/Informatik beziehen. Der Lesesaal bietet 81 Benutzern Platz und hat eine Stellfläche für ca. 40.000 Bücher. Somit konnte erstmals der Gesamtbestand mit 33.400 Bände im Lesesaal untergebracht werden. Allerdings war dessen Stellkapazität Anfang 1991 beinahe erschöpft, sodaß wiederum Literatur, vorzugswiese ältere Zeitschriftenjahrgänge, ins Magazin verlagert werden mußten. Eine kleine Entlastung brachte die Überlassung der Galerie im Sitzungssaal der Fakultät, die für ca. 2.000 Bände Platz bietet. Dort werden jetzt vornehmlich Werke zur Geschichte der Mathematik sowie Gesamtausgaben bedeutender Mathematiker aufgestellt.

Im Eingangsbereich wurde 1992 den Benutzern ein PC mit CD-Player zur Verfügung gestellt. Damit haben sie einen Zugriff auf lokale CD-ROM (CompactMath, Computing Archive, MathSci) und auch auf einen zentralen Server im Rechenzentrum mit weiteren Literaturverzeichnissen.

Der Erwerb des Büchergrundbestandes war mit Ablauf des Jahres 1992 abgeschlossen. Der Gesamtbestand beläuft sich nunmehr auf 49.800 Einheiten, davon wurden 41.000 durch Kauf, 6.200 durch Tausch (Zahl der Tauschpartner: 70) und 2.600 als Geschenk erworben. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 5.125.400 DM, darin sind 272.333 DM für Buchbindearbeiten enthalten. Die Zahl der abonnierten Zeitschriften beträgt 487, die jährlichen Kosten für die Abonnements lagen 1992 bei 279.000 DM. Erwähnenswert ist der Bestand an Kongreßberichten, der mit 3.200 Einheiten zu den umfangreichsten innerhalb der bayerischen Universitätsbibliotheken zählt. Die Lesesaalbenutzungen stiegen kontinuierlich auf zuletzt 75.000 pro Jahr an.

Durch den Wegfall der Mittel für den Büchergrundbestand ab 1993 kann die umfassende Erwerbung aus allen Bereichen der Mathematik und Informatik nicht mehr im bisherigen Maße durchgeführt werden. Die Kürzungen werden in erster Linie Monographien und Zeitschriften aus den Bereichen betreffen, die in Passau nicht vertreten oder nur von geringerem Interesse sind.



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Fri Jun 3 13:37:08 MET DST 1994