Layout Graph Grammatiken dienen der Syntax-gesteuerten Beschreibung von visuellen Darstellungen oder Layouts von Graphen. Ein typisches Beispiel ist die klassische Konstruktion von nichtdeterministischen endlichen Automaten aus regulären Ausdrücken. Im Rahmen deklarativer Methoden zur Darstellung von Graphen, einem sich neu entwickelnden Forschungsgebiet, sind Layout Graph Grammatiken der bislang erste Ansatz. Deklarative Methoden stellen ein für diese Aufgaben orthogonales Konzept zu den bekannten algorithmischen Verfahren dar. Sie sollen einen Anwender durch geeignete visuelle Darstellungen in die Lage versetzen, komplexe Situationen zu begreifen und damit seine intuitiven, kognitiven Fähigkeiten in Problemlösungen einzubringen und seine Vorstellungen spezifisch einzubringen. Layout Graph Grammatiken dienen dazu, tieferliegende Strukturen von Systemen und Zusammenhängen transparent und visuell sichtbar zu machen. Konkrete Anwendungsfelder sind Petrinetze zur Darstellung verteilter Systeme, Entity Relationship Diagramme für den Datenbankentwurf, beliebige Netzpläne, oder Vorabskizzen, die es zu entwirren gilt. Abbildung 2 illustriert dies für ein Petrinetz.
In den bisherigen Arbeiten konnte u.a. gezeigt werden, daß sich Layout Graph Grammatiken auf Graph Grammatiken zurückführen lassen. Dies führt auf das theoretisch interessante Resultat der Polynomialität bei Beachtung geeigneter Restriktionen. Aktuell wird ein vollständiger Ansatz einschließlich des Routing von Kanten entwickelt. Darüberhinaus werden Anwendungen für geeignete Klassen von Petrinetzen untersucht.
